Neues Dentalmikroskop Teil 6: Dentalmikroskop ATMOS iView Prototyp Praxistest


Neues Dentalmikroskop Teil 6: Dentalmikroskop ATMOS iView Prototyp Praxistest
(von Dr. Andreas Habash)

Vor einigen Tagen hatten wir die Möglichkeit den Prototypen des ATMOS iView Dentalmikroskops fast drei Wochen im Praxisalltag zu testen.

Die Firma ATMOS und Herr Jung von cjconsultation.de waren so freundlich uns das Dentalmikroskop zur Verfügung zu stellen.

Der erste Eindruck: schnörkellos, glatte Oberflächen, keine Kabel, kein Lichtleiter, Verkleidungen der Stativ-Arme aus Aluminium, gute Hygienemöglichkeit, schmaler Fuß, langer Stativarm, kein Lüftergeräusch

Wie sich herausstellte ist der lange Stativarm der Tatsache geschuldet war, dass die HNO Version mit diesem Arm ausgeliefert wird. Eine kürzere Version für die Zahnarztpraxis soll folgen.

Im normalen Praxisalltag wurde das Dentalmikroskop in allen Bereichen der modernen Zahnheilkunde eingesetzt.

Dazu zählten zum einen konservierende Behandlungen wie minimalinvasive Füllungstherapie über endodontischen Behandlungen bis hin zu chirurgischen Leistungen wie zum Beispiel Wurzelspitzenresektionen.

Besonders beeindruckend war die optische Leistung.
Hier muss besonders auf die große Austrittspupille hingewiesen werden, die das Arbeiten sehr angenehm macht.

Die Farbdarstellung und die klare Optik überzeugten bei den chirurgischen Behandlungen.

Integriert in die Optik ist eine VGA Kamera, die über verschiedene Anschlüsse verfügt.

Wir konnten somit sofort das Videobild über ein S-Video Kabel auf den Monitor an der Behandlungseinheit ausgeben.

Aber nun zu ein paar Einzelheiten.

– Multifunktions-Anschlussbox
der Multifunktions-Anschlussbox, der am Stativ montiert wird dient zum einen der Stromversorgung der integrierten LED Beleuchtung, zum anderen kann von dort über diverse Ausgänge das Bild der integrierten VGA Kamera abgegriffen werden.
Zusätzlich sind hier bereits andere Anschlüsse für verschiedene Zusatzoptionen vorgesehen.
Dies führ dazu, dass es am gesamten Mikroskop nur ein Kabel gibt, das sauber im Stativarm verlegt ist.
In der von uns getesteten Version war zusätzlich im Stativ und Stativarm ein HDMI Kabel für eine externe Kamera verlegt.

– externe Dokumentationslösung
Im IView Dentalmikroskop ist ein Dokumentationsausgang direkt im Mikroskopkörper integriert.
An unserer Testversion war dort ein HD Imaging Port als Fotoadapter angeschlossen.
Wir hatten die Möglichkeit eine NEX-5N zur Dokumentation zu nutzen. Bilder aus der Kamera werde ich in einem extra Beitrag einstellen. Der Dokumentationsausgang lässt die Möglichkeit offen, in der Praxis vorhandene Fotoadapter anzuschließen. In meinen Augen erscheint dies aber nicht sinnvoll, da der HD Imaging Port genau auf das optische System des Mikroskops abgestimmt ist. Auch „Dokumentations-Neulingen“ war es nach kurzer Einweisung möglich perfekte Bilder anzufertigen.
Später soll es möglich sein, die Sony NEX über die Tastatur auslösen zu können. Dies erfolgt dann über eine Infrarot-Fernbedienung im Einzelbildmodus der Kamera.

– weightless-motion Kupplung
Die gute Ausbalancierung des Mikroskopes erleichtert zusammen mit der weightless-motion Kupplung die perfekte Justierung des Mikroskopes.

– Griffe
Die verstellbaren Griffe liegen im Vergleich zu anderen Mikroskopen etwas weiter in Richtung Behandler versetzt.
Das ist aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kein Problem mehr bringt aber zwei entscheidende Vorteile.
1. Die Assistenz hat freie Bahn für alle anfallenden Aufgaben.
2. Die Drehknöpfe des Vergrößerungswechlers sind beidseits sehr gut erreichbar.

– Vergrößerungswechsler
Die Drehknöpfe sind sehr gut gerastert und leicht gängig. Sehr schön ist hier die Fingermulde im Knopf. Diese bezeichnet die 1:1 Position der Wechslereinstellung.

– Objektiv-Feinfokus
Dieser Feinfokus wurde zuerst von uns ignoriert, entpuppte sich aber dann, nach einer Eingewöhnungsphase als sehr hilfreich. Die große Stellschraube und der Hub von 17mm erleichterte die Fokussierung erheblich. Besonders schätzen gelernt haben wir dies auch beim  Fokussieren für die Foto-Dokumentation.

– Tastatur / Bedienpanel
Die zwischen den beiden Handgriffen angebrachte Tastatur ist gut zu erreichen. In weiteren Entwicklungsstufen können hier verschiedene tasten mit Funktionen belegt werden. Geplant ist bereits jetzt z.B. eine Elektrobremse für die Stativarme  und die oben bereits erwähnte Auslösefunktion für die Kamera.

– Beleuchtung
Im IView ist eine LED Beleuchtung direkt integriert. Das führt, bedingt durch die neue Technologie auf den Verzicht von Lichtleiter und Lüfter. Die Lichtqualität ist extrem farbneutral. Farben werden perfekt wiedergegeben. Dies ist natürlich zusätzlich den apochromatischen Gläsern in der Mikroskopoptik geschuldet.

– was muss für die Serienfertigung noch besser werden …
… es wäre schön wenn die Feder im „langen“ Mikroskoparm“ mehr Vorspannung hätte
… die Griffe haben in der  endgültigen Version eine Rasterung
… für den Prototyp hätten wir gerne einen Schwenktubus gehabt, der erst im Oktober mit f=200 lieferbar sein wird.

Insgesamt sind unsere „cons“ sicher „Jammern auf sehr hohem Niveau“.

Das Mikroskop ist sehr solide aufgebaut, bietet eine sehr gute Optik und ein völlig neuartiges Beleuchtungskonzept.

Für eine Neuanschaffung sicher eine Lösung an der man bei der Entscheidungsfindung nicht vorbeikommen wird.

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